Photovoltaik-Anlagen im Kulturland – Haltung BEBV

24. Mai 2024

Der BEBV Vorstand hat seine Position zu PV-Anlagen im Kulturland mit folgenden Kernpunkten verabschiedet:

Keine Freiflächen PV-Anlagen in der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN)
Die LN soll für die Nahrungsmittelproduktion erhalten bleiben und nicht zur einseitigen Produktion von Energie aus PV genutzt werden.


Keine Kompensationsflächen für Freiflächen PV-Anlagen der LN
Werden Freiflächen PV-Anlagen im Baugebiet erstellt, folgt daraus, dass ökologische Flächen kompensiert werden müssen. Dies darf keinesfalls zu Lasten der LN erfolgen.
Wird durch Freiflächen PV-Anlagen Wald tangiert, darf die entsprechende Kompensation nicht auf der LN erfolgen.


Agri-PV als Chance
Anlagen, die der landwirtschaftlichen Produktion nutzen, sind sinnvoll. Der aktuelle Zusatznutzen ist aktuell noch überschaubar. Forschung und Entwicklung werden hier Verbesserungen bringen. Es ist insbesondere zu präzisieren, dass Vorteile für die landwirtschaftliche Produktion Rahmenbedingungen sind, die eine qualitative oder quantitative Verbesserung der Ernte oder des Bruttoertrages bewirken.


Freiflächen PV-Anlagen im Sömmerungsgebiet
Diese sind aus landwirtschaftlicher Sicht möglich, Auswirkungen auf die Nutzung der Alpen ist zu berücksichtigen und zu entschädigen.
Wesentlich sind Auswirkungen auf die grundsätzliche Nutzung, die Normalstösse, die Direktzahlungen sowie die Einschränkungen durch den Bau von Zusatzinfrastruktur und Leitungen. Weiter ist die Grenze zwischen empfindlichen und wenig empfindlichen Gebieten zu definieren.

Verschiedene Typen von PV-Anlagen
Es gilt, zwei verschiedene Typen von Anlagen zu unterscheiden.
Agri-PV-Anlagen: Diese werden zusammen mit der landwirtschaftlichen Produktion installiert und bringen Vorteile für Spezialkulturen wie Obst- und Beerenanlagen, Tunnels, Treibhäuser etc. Die landwirtschaftliche Begriffsverordnung wird so angepasst, dass Flächen mit diesen Anlagen weiterhin als LN gelten und DZ-berechtigt bleiben.
Freiflächen-PV-Anlagen: Diese werden auf grossen Flächen von mehreren Hektaren installiert und stehen nicht in Kombination mit landwirtschaftlicher Nutzung.

Weiterführende Unterlagen:

Wichtige rechtliche Grundlagen

Raumplanungsverordnung Art. 32c RPV
Erklärt PV-Anlagen mit Anschluss ans Stromnetz ausserhalb der Bauzonen – und daher in Landwirtschaftszonen – unter gewissen Voraussetzungen als potenziell standortgebunden.

Solarexpress Art. 71a EnG (Anlagen von nationaler Bedeutung)
PV-Anlage sind von nationaler Bedeutung, wenn die jährliche Mindestproduktion 10 Gigawattstunden (GWh) und zusätzlich die Stromproduktion vom 1. Oktober bis 31. März (Winterhalbjahr) mindestens 500 Kilowattstunden (kWh) pro 1 Kilowatt (kW) installierter Leistung beträgt.

Mantelerlass Art. 10–13 EnG, Art. 9a StromVG, Art. 24bis RPG
Die Bewilligungsvoraussetzungen für kleinere und mittlere PV-Anlagen, die nicht von nationalem Interesse sind, werden hier definiert. Da diese auch im Talgebiet standortgebunden bewilligt werden können, sofern «Vorteile für die landwirtschaftliche Produktion» entstehen. (Agri-PV)

Landwirtschaftliche Begriffsverordnung Art. 16 LBV
Flächen mit bewilligten PV-Anlagen, die die Kriterien gemäss Art. 31c RPV erfüllen, werden weiterhin der LN angerechnet.

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