Aktuelle Krautfäule-Situation bei Kartoffeln

21. Jun 2024

Die Krautfäule-Situation bleibt angespannt und die aktuelle Witterung für die Entwicklung und Verbreitung der Krankheit ist günstig. Unter diesen Bedingungen empfiehlt die Fachstelle Pflanzenschutz Kanton Bern die Spritzintervalle kurz zu halten. Weiter gibt die Fachstelle Orientierungshilfe zur Frage, ob ein Bestand weitergeführt werden soll oder nicht.

Aktuelle Informationen, Beobachtungen und Empfehlungen der Fachstelle finden sie hier.

Für gewisse Parzellen stellt sich die Frage, ob der Bestand noch weitergeführt werden soll? Dies ist nicht einfach zu beantworten. Als Orientierung empfiehlt die Fachstelle folgendes:

  • Sind die Kartoffeln sehr stark befallen, d.h. Blätter und v.a. Stängel sind betroffen und die Knollenbildung hat noch nicht begonnen, lohnt es sich nicht mehr den Bestand zu halten. In diesem Fall soll das Kraut vernichtet werden und der Bestand untergefahren werden, damit sich die Krautfäule nicht weiter ausbreitet.
  • Sind die Kartoffeln schon gut entwickelt, stehen z.B. kurz vor der Blüte und die Knollenbildung ist im Gang, dann dafür sorgen, dass die Spritzintervalle kurzgehalten werden, um die Verbreitung der Krautfäule-Sporen zu verhindern. In diesem Fall ist die Beimischung eins sporenabtötenden Mittels zu empfehlen, um Knolleninfektionen zu verhindern.

Der Berner Bauern Verband ruft dazu auf, die Empfehlungen der Fachstelle Pflanzenschutz bezüglich Bestände ohne Ernteerwartungen umzusetzen und appelliert an die Solidarität.
Die vollständigen Informationen sowie die Anmeldung zum SMS-Service Pflanzenschutz finden Sie hier.

Gemäss Abteilung Direktzahlungen (ADZ) des Kantons Bern gilt Folgendes:
Für Kartoffelfelder, die in diesen Tagen wegen Krautfäule umgebrochen werden, ist Art. 18a der landwirtschaftlichen Begriffsverordnung (LBV) massgebend: Falls vor Ende Juni eine andere Kultur, z.B. Kunstwiese angelegt (und später geerntet) wird, gilt diese als Hauptkultur. Die Folgekultur darf deshalb erst nach dem 30. Juni angepflanzt oder angesät werden, wenn man nicht mit Kürzungen konfrontiert sein will. Voraussetzung für diese Regelung im Kanton Bern ist, dass die Bewirtschafterin oder der Bewirtschafter bei der ADZ ein Gesuch (inkl. Foto) wegen «höherer Gewalt» gemäss Art. 106 DZV einreicht. Damit es bei der Kontrolle keine Missverständnisse gibt, erhalten die Bewirtschaftenden von der ADZ eine Bestätigung und müssen keine Kürzung in diesem Zusammenhang befürchten.
Wichtig zu wissen ist, dass es sich dabei um eine Einzelbeurteilung handelt. Sollte die Bewirtschafterin oder der Bewirtschafter kein Gesuch eingereicht haben oder wir das Gesuch aus bestimmten Gründen ablehnen, so kann sie oder er nicht von dieser Regelung profitieren und die entsprechenden Beiträge würden gekürzt oder gestrichen.


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