Ums Verrecken provozieren?!
Ums Verrecken provozieren?!

In der Ausgabe der Berner Zeitung vom 17. Mai 2019 hat die Sonntagszeitung mit dem Titel „Ums Verrecken die Landwirtschaft schützen“ Werbung für die Sonntagszeitung gemacht. Wir haben Stellung bezogen und erachten diese Werbung als Beleidigung für einen ganzen Berufsstand und als eine generelle Verunglimpflichung.

Unser Schreiben an den Ombudsmann der Tamedia sowie an die Sonntagszeitung:

 

In der Ausgabe der Berner Zeitung vom 17. Mai 2019 hat die Sonntagszeitung mit dem Titel „Ums Verrecken die Landwirtschaft schützen“ Werbung für die Sonntagszeitung gemacht. Die Reaktionen unserer Bauernfamilien auf das Inserat waren zahlreich. Man ist konsterniert, enttäuscht, betroffen und wütend. Die Schweizer Landwirtschaft produziert Nahrung. Ohne diese würden die Menschen relativ zügig verrecken – um die Sprache des Inserates zu verwenden. Daneben erbringt die Landwirtschaft viele ökologische Leistungen, wie zum Beispiel den Erhalt der offenen Landschaft, was durch Direktzahlungen zu Recht auch finanziert wird.


Aber es scheint man müsse es offenbar nicht immer so genau nehmen mit den Fakten, wenn man mit Werbung auffallen will. Und offenbar schon gar nicht, wenn man Werbung für eine Zeitung macht. Der Zusammenhang zwischen einer toten Biene, dem Landschaftsschutz und der Landwirtschaft erscheint uns überdies auch nicht völlig logisch - aber auch da: wer will schon so genau sein?

Wir erachten diese Werbung als Beleidigung für einen ganzen Berufsstand und als eine generelle Verunglimpfung. Sie suggeriert, man könne den Bauernstand auch verrecken lassen, weil die Landwirtschaft sowieso keinen Nutzen hat. Das ist respektlos, erniedrigend, und definitiv unterste Schublade.

 

Gerne würden wir die Verantwortlichen für das Inserat zu einem Gespräch treffen, mit ihnen über ihre Beweggründe diskutieren und ihnen nebenbei aufzeigen was die Berner Bauernfamilien alles leisten - für Mensch, Umwelt und auch die Bienen.

 

Freundliche Grüsse
Berner Bauern Verband

 

Rüegsegger Hans Jörg  Wyss Andreas 
Präsident   Geschäftsführer

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