Zuckerrübenanbau: Lösungen werden erarbeitet
Die Zuckerrübenproduzentinnen und -produzenten werden mit verschiedenen Massnahmen unterstützt, um den Herausforderungen zu begegnen.
Eine kantonale Arbeitsgruppe wurde gebildet und Mittels Monitoring werden die Blattläuse überwacht, damit diese gezielt bekämpft werden können. Zur besseren und einfacheren Kommunikation steht den Rübenpflanzern das App BetaSwiss zur Verfügung.
Zuckerrübenflächen ausbauen – es lohnt sich für alle! 
Gemäss Medienmitteilung der Schweizer Zuckerbranche ist Schweizer Zucker gesucht. In den letzten Jahren konnte die Nachfrage nicht gedeckt werden. Um einen weiteren Rückgang der Zuckerrübenfläche zu verhindern, sucht die Branche aktiv nach Anbaufläche. Dazu setzt sie einmalig ein unkonventionelles Anreizsystem um. Ausgehend von den aktuellen 16'000 Hektaren Vertragsflächen wird für zusätzliche Anbauflächen ein Bonus an alle Pflanzer auf dem Rübenpreis ausbezahlt. Zudem fördern einzelne Kantone den Zuckerrübenbau mit zahlreichen Nothilfemassnahmen.  

Es wurde eine kantonale Arbeitsgruppe gebildet, bestehend aus Vertretern, der Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons Bern, der HAFL, des Inforamas und dem Berner Bauern Verband in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenanbau und dem Schweizerischen Verband der Zuckerrübenpflanzer. Ziel ist die Koordination und Erarbeitung von kantonalen Massnahmen zur Erhaltung und Förderung des Zuckerrübenanbaus.

Blattlaus-Monitoring 2021
Ziel: Festlegen der optimalen Behandlungszeitpunkte für eine effiziente Behandlung der Blattläuse. 
Das Monitoring erfolgt in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau (SVZ).

Vorgehen:
  • Wöchentliche Blattlauskontrolle in mindestens 5 Zuckerrüben-Parzellen im Kanton Bern durch die Fachstellen Pflanzenschutz (BE und weitere Kantone). 
  • Ab 5 Läusen pro 100 Pflanzen (Bekämpfungsschwelle = 5 %) geht die Warnung raus (an die Produzenten) die Felder zu behandeln; die Warnung wird über die App BetaSwiss der Zuckerrüben-Fachstelle sowie über weitere Kanäle wie Agrarmedien gemacht.
  • Nach 12 bis max. 14 Tagen soll die nächste Behandlung durchgeführt werden.
  • Es stehen die beiden Wirkstoffe Acetamiprid (Gazelle SG, Oryx Pro) und Spirotetramat (Movento SC) zur Verfügung. 

Die Hochschule für Agrar- Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL wird im Rahmen einer Bachelorarbeit in Zusammenarbeit mit Agroscope in ausgewählten Rübenfeldern die Blattlausentwicklung während der gesamten Vegetation erheben und die Viren bestimmen. Zusammen mit den Ertrags- und Qualitätsdaten sowie den Standort- und Anbaudaten soll die Arbeit eine gezielte Bekämpfung der Virösen Vergilbung unterstützen. 

Cercospora-Prognose
Die HAFL hat in den letzten beiden Jahren das Prognosemodel Cerbet3+ aus Deutschland getestet. In Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Zuckerrübenbau und der Fachstelle Pflanzenschutz wird die HAFL das Prognosemodell in einem Netz von Rübenparzellen im gesamten Mittelland anwenden und den prognostizierten Befallsbeginn im Feld kontrollieren. Damit kann der optimale Einsatzzeitpunkt der Fungizide bestimmt und der Entwicklung von Fungizidresistenzen entgegengewirkt werden. Die Rübenpflanzer werden über das App BetaSwiss über den Befallsbeginn informiert.

App BetaSwiss
Um die Prognosemodelle richtig nutzen zu können braucht es eine schnelle Kommunikation. Die Schweizer Zucker AG, der Schweizerische Verband der Zuckerrübenpflanzer und die Fachstelle für Zuckerrübenbau haben eine App für Zuckerrübenpflanzer lanciert. Es ist auf den üblichen Download-Plattformen unter dem Namen "BetaSwiss" zu finden und kann mit Ihren Zugangscodes von Ihrem Pflanzerkonto aus aufgerufen werden. Die Fachstelle stellt Ihnen aktuelle Informationen "in Echtzeit" zur Verfügung. 

App BetaSwiss
Ihre Ansprechpersonen
Karin Oesch
Geschäftsführerin
031 938 22 71