Positionierung des BEBV zur AP 2022+
Der Vorstand des Berner Bauern Verbandes unterstützt die Strategie des SBV, auf das Thema einzutreten, weist aber die Botschaft an den Bundesrat zurück mit Auflagen. Wir fordern Korrekturen von Fehlern, Widersprüchen und neuen Zielkonflikten in der gesamten Botschaft. 
Die vorgeschlagene Reform der Agrarpolitik ist weiterreichender als die AP 14/17. Ein System der heutigen Komplexität in voller Fahrt umzubauen scheint sehr anspruchsvoll. Der Berner Bauern Verband schlägt daher alternativ zum Vorschlag des Bundesrats ein zweistufiges Vorgehen vor. In einem ersten Schritt sollen die Themenbereiche der Grundlagen von Markt und Absatz über Strukturverbesserung bis Pachtrecht behandelt werden. Die zweiten Etappe soll den Bereich der Direktzahlungen (Art. 70-76) umfassen. Die momentan vorliegenden Vorschläge in der Botschaft senken den Selbstversorgungsgrad, sind nicht nachhaltig und steigern den administrativen Aufwand. In der verfügbaren Zeit ist die nötige Tiefe nicht zu erreichen, um eine zielgerichtet Einführung auf 2022 oder bis 2025 zu ermöglichen. Weiter sind viele Auswirkungen der AP 14/17 noch nicht genügend ausgewertet, um schon wieder Neuerungen anzustreben. Insbesondere die Analyse der Effekte im Bereich Biodiversität sei hier zu nennen. Darum schlagen wir vor, diese Teile der Reform in einem partizipativen Prozess mit allen Steakholdern (u.a. Agroscope) vertieft auszuarbeiten und gestaffelt einzuführen. Mit diesem Vorgehen wird der Reformbedarf nicht bestritten und auch nicht aufgeschoben, aber auf eine realistische Zeitachse gebracht. 
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Karin Oesch
Geschäftsführerin
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