Leistungen und Beiträge der Tierseuchenkasse des Kantons Bern
Die Mittel der Tierseuchenkasse werden zur Finanzierung des Vollzugs der eidgenössischen und kantonalen Tierseuchengesetzgebung verwendet. Welche Massnahmen entschädigt werden und wofür Beiträge ausgerichtet werden entnehmen Sie hier.
Die Mittel der Tierseuchenkasse werden zur Finanzierung des Vollzugs der eidgenössischen und kantonalen Tierseuchengesetzgebung verwendet. Insbesondere sind dies Massnahmen zur Seuchenvorbeugung (Bereitschaft, Material, Umgebungsuntersuchungen, Stichprobenprogramme, Beiträge an Tiergesundheitsdienste, etc.), Übernahme von Kosten für Bestandesüberwachungen, Laboruntersuchungen oder Schutzimpfungen und Entschädigungen für tierseuchenpolizeiliche Organe.

Dazu kommen die Beiträge an Schäden, welche anzeigepflichtige Seuchen verursachen können. Hier werden grundsätzlich Kosten für Tierverluste sowie für Bekämpfungsmassnahmen von der Tierseuchenkasse getragen.

Bei Tierverlusten wird der Wert eines Tieres gemäss den Bundesrichtlinien und der Marktlage eingeschätzt. Verluste wegen entgangenem Gewinn (wie zum Beispiel Milchgeld), Futterkosten und ähnliches werden aber von der Tierseuchenkasse nicht getragen. Die Tierseuchen sind in vier Risikokategorien eingeteilt, daher sind die Beiträge an Tierverluste je nach Seuchenkategorie und sogar je nach Seuche unterschiedlich. Dies ist jeweils in den Bestimmungen der Tierseuchengesetzgebung definiert.

Zu den Bekämpfungskosten, welche durch die Tierseuchenkasse übernommen werden, gehören zum Beispiel die Kosten für die Untersuchungen zur Überwachung der verseuchten oder verdächtigen Tierbestände, sowie für die Entsorgung von verseuchten Tieren oder die Aufwendungen für Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Auch hier werden je nach Seuchenkategorie und Seuche unterschiedliche Beiträge geleistet.

Gemäss dem kantonalen Landwirtschaftsgesetz wird die Tierseuchenkasse durch Beiträge der registrierungspflichtigen Tierhaltungen finanziert.

Der Begriff der Tierhaltung ist in der eidgenössischen Tierseuchenverordnung definiert, und betrifft sämtliche Haltungen von Rindvieh, Bisons, Neuweltkameliden, Pferden, Eseln und anderen Equiden, Schweinen, Schafen, Ziegen, Geflügel, Bienen, Fischen und Kaninchen, unabhängig davon, ob eine Tierhaltung Direktzahlungen erhält oder nicht.

Jede Tierhaltung kann von einer Tierseuche betroffen sein, und die Aufwendungen für Vorsorge und Bekämpfung der Tierseuchen betreffen sämtliche Tierhaltungen.

Tierhalterinnen und Tierhalter müssen die registrierungspflichtigen Tierbestände jährlich dem Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT) melden. Die Kantone ihrerseits sind verpflichtet, die Bestände in die Datenbanken des Bundes einzuspeisen.
Die Berechnung der massgebenden Tierbestände sowie der Tierhalterbeiträge wird nach der Landwirtschafts- und Tierseuchengesetzgebung vorgenommen und den Tierhalterinnen und Tierhaltern durch das LANAT in Rechnung gestellt. Erhoben werden die Tierbestände per Stichtag 01.01. des Kalenderjahres sowie die für die Berechnung der Tierseuchenkassenbeiträge massgebenden Durchschnitts- und Höchstbestände des Vorjahres. 

Die jährlichen Beiträge legt der Regierungsrat nach Anhörung der Betroffenen fest. Er berücksichtigt dabei das vorhandene Vermögen der Tierseuchenkasse, die aktuelle Seuchenlage sowie die Teuerung. Die Beitragshöhe ist in der kantonalen Tierseuchenverordnung  geregelt und die Rechnungsstellung richtet sich nach der Art und Anzahl der gehaltenen Tiere. Pro Tierhaltung ist ein Mindestbeitrag von 18.-  Franken zu leisten.
Ihre Ansprechpersonen
Veterinärdienst Kanton Bern
031 633 52 70