Errinerung: Öffentliche Einsichtnahme in 261 Gemeinden zur Teilrevision des Bauinventars
Die kantonale Denkmalpflege überarbeitet zurzeit das Bauinventar und reduziert die Anzahl der darin verzeichneten Objekte. Noch bis und mit dem 20. Oktober 2022 liegen die überarbeiteten Bauinventare auf dem für die jeweilige Gemeinde zuständigen Regierungsstatthalteramt zur öffentlichen Einsichtnahme auf. Sie können auch online konsultiert werden.
Von der laufenden Teilrevision sind insgesamt 261 Gemeinden in den neun mehrheitlich deutschsprachigen Verwaltungskreisen betroffen. Vor der öffentlichen Einsichtnahme hatten die Gemeinden Gelegenheit, zu den Bauinventar-Entwürfen Stellung zu nehmen. Aufgrund dieser Rückmeldungen hat die Denkmalpflege die Entwürfe, wo nötig, überarbeitet.


Welchen Einfluss hat ein Inventareintrag als „erhaltenswert“?
Bei erhaltenswerten Bauten leistet die Denkmalpflege eine Bauberatung und -begleitung. Werden Bauten aus dem Inventar entlassen, ist dies nicht mehr der Fall. Dies führt aber auch dazu, dass die Eigentümerschaft mehr Spielraum für bauliche Veränderungen hat. Es kann davon ausgegangen werden, dass grundsätzlich eine Entlassung eines „erhaltenswerten“ Gebäudes aus dem Bauinventar mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt. Dabei muss immer auch der Einzelfall betrachtet werden.
 
Welche Möglichkeiten hat die Eigentümerschaft?
Falls gewünscht, kann während der Einsichtnahme der Teilrevision ein Antrag gestellt werden, dass das Gebäude nicht aus dem Inventar entlassen werden soll. Nach der Einsichtnahme der Änderungen werden die teilrevidierten Inventare per Verfügung mit einer Beschwerdefrist in Kraft gesetzt.
Im Rahmen eines konkreten Baubewilligungsverfahrens werden dann die Inventareinträge eigentümerverbindlich. Erst zu diesem Zeitpunkt kann bei einem konkreten Bauvorhaben eine Einstufungsüberprüfung verlangt werden (z.B. mit dem Anliegen, das Objekt aus dem Inventar zu entlassen).
Wird das Bauinventar im Rahmen einer Ortsplanung im Zonen-/Schutzplan und Baureglement festgelegt, ist eine Einstufungsüberprüfung nur bei der nächsten Überarbeitung des Nutzplanes (Ortsplanungsrevision) möglich.