Jakobskreuzkraut und invasive Neophyten müssen bekämpft werden
An vielen Autobahnen und Bahnböschungen blüht momentan gelb das Jakobskreuzkraut, das Schmalblättrige Greiskraut folgt etwas später. Die beiden für Nutztiere (und den Menschen) giftigen Pflanzen müssen unbedingt bekämpft werden und dürfen nicht versamen.
Der Berner Bauern Verband hat beim ASTRA (Autobahnen) und bei der SBB nachgefragt, wie sie mit der Problematik umgehen und fordert von den betroffenen Stellen eine konsequente Bekämpfung.
 
Deshalb sind das Jakobskreuzkraut und das Schmalblättrige Greiskraut zu bekämpfen
Das Jakobskreuzkraut ist zwar kein invasiver Neophyt, für die Landwirtschaft ist das Kraut jedoch aufgrund seiner Giftigkeit trotzdem problematisch. Die Gifte (Alkaloide) sind sehr heimtückisch, da sie sich im Körper anreichern und sich so die Tiere schleichend über die Jahre vergiften. Weiter ist problematisch, dass sich die Toxine des Jakobskreuzkrautes im konservierten Futter (Heu, Emd oder Silage) halten und dort von den Tieren nicht erkannt und somit gefressen werden. Beim Weiden wird das Jakobskreuzkraut wegen dem bitteren Geschmack meist von den Tieren verschmäht.
Im Gegensatz zum Jakobskreuzkraut ist das Schmalblättrige Greiskraut aus derselben Familie ein invasiver Neophyt. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südafrika und ist auch sehr giftig. Wegen der Gefahr der Verunreinigung von Weizen und somit Giftstoffen im Brot, wird es dort sehr gefürchtet. Daneben gibt es noch weitere einheimische Kreuzkrautarten, welche giftig und zu kontrollieren sind: Grauhaariges Kreuzkraut, Alpen-Kreuzkraut und Wasserkreuzkraut.

Die Kreuzkräuter und das Greiskraut können sehr viele Samen bilden, welche durch Wind oder Fahrzeuge weiterverbreitet werden. Damit die Verbreitung möglichst eingeschränkt werden kann, ist es unbedingt nötig, dass Jakobskreuzkraut und Schmalblättriges Greiskraut korrekt und früh bekämpft werden, insbesondere an Strassen- und Autobahnböschungen, welche sonst als «Verbreitungskorridore» dienen. Dieselbe Problematik mit der Verbreitung besteht beim invasiven Neophyten einjähriges Berufkraut. Ein einmaliges Mähen reicht nicht für eine Eindämmung oder Bekämpfung! 


Bekämpfung und Eindämmung
(siehe auch unten verlinkte Merkblätter und Webseiten)
Jakobskreuzkraut, Alpenkreuzkraut
-    Wichtigstes Gebot: nicht versamen lassen!
-    Kleine Bestände: Ausreissen, möglichst vor der Blüte. Material mit Blüten in den Kehricht. Ansonsten kompostieren nichtblühender Pflanzen möglich.
-    Weide: regelmässig kontrollieren und Pflanzen entfernen, Weidereste mit Kreuzkraut mähen und abfüren.
-    Mähen: Das erste Mal möglichst, wenn die Hälfte der Pflanzen blühen (ca. Enge Juni). Zweimal pro Jahr mähen, Schnittgut abführen. 
-    Chemische Einzelstockbekämpfung mit zugelassenen PSM möglich. Empfohlen im Rosettenstadium (vor der Blüte).
Schmalblättriges Greiskraut
-    Nicht versamen lassen
-    Eine Kombination von Ausreissen und Mähen wird empfohlen: nach dem Mähen blühen die Pflanzen nach 6-8 Wochen wieder.
-    Chemische Bekämpfung: Einzelstockbehandlung mit Glyphosat möglich.

Unterhalt der Autobahnen
Die Grünflächen entlang der Autobahn werden im Auftrag der ASTRA vom Berner Tiefbauamt gepflegt. Gemäss Rückmeldung des ASTRA sei die Bekämpfung von Neophyten und giftigen einheimischen Pflanzen ein Dauerbrenner. Es seien auch schon Studien durchgeführt worden zur Bekämpfung gewisser Problempflanzen, zum Beispiel zur Bekämpfung des Schmalblättrigen Greiskrautes. Trotzdem würden immer wieder auf gewissen Abschnitten solche Problempflanzen auftauchen.