Vernehmlassung Sachplan Biodiversität: Bewirtschafter von Hochmooren, Feuchtgebieten und Trockenstandorten
Vernehmlassung Sachplan Biodiversität: Bewirtschafter von Hochmooren, Feuchtgebieten und Trockenstandorten

Der Sachplan Biodiversität ist die räumliche Konkretisierung der Strategie Biodiversität. Wichtige Punkte sind die Festsetzung der Umsetzungsperimeter der Biotope (Objekte von Bundes- und Kantonsinventar wie Hochmoore, Feuchtgebiete, Trockenstandorte, Auen, usw.) sowie die Festlegung der Wildwechselkorridore. Weiter sind Massnahmen mit Aufträgen an die Verwaltung vorgesehen (Neophytenbekämpfung, Artenschutz, Betreuung der Schutzgebiete).

Vor allem bei den Perimetern der Naturschutzobjekte ist es wichtig, dass die Grundeigentümer diese kurz überprüfen. Die Karte dazu ist online auf dem Geoportal zu finden. Bei Unstimmigkeiten melden sie sich bei Anna Stalder (Tel: 031 938 22 79 oder anna.stalder@bernerbauern.ch) bis Ende November. So können wir diese Punkte in unsere Stellungnahme aufnehmen.

Die Regionen und Gemeinden sind aufgefordert, diese Objekte des Sachplans im Rahmen der nächsten Revision ihrer Planungsinstrumente als Hinweise in die Pläne aufzunehmen. Der Sachplan enthält weitere Massnahmen und Aufträge für verschiedenen Kantonsstellen wie Neophytenbekämpfung oder Artenschutz.

Objektschutz:

Hochmoore: Objekte von nationaler Bedeutung / Inventarobjekte (Sachplan Biodiversität Seite 43-44)
Die Umsetzungsperimeter der Objekte (Hochmoorvegetation inklusive Hochmoorumfeld und Nährstoffpuffer) werden behördenverbindlich festgesetzt. Dieser kann über den Perimeter bestehender Naturschutzgebiete hinausreichen.
Mit deren Aufnahme in den Sachplan werde die Rechtssicherheit bezüglich Objektperimeter als Planungsgrundlage auf kantonaler, regionaler und kommunaler Ebene verbessert.

Flachmoore: Flachmore von nationaler und regionaler Bedeutung (Sachplan Biodiversität Seite 46-47)

Die Vertragsperimeter orientieren sich gemäss dem gesetzlichen Auftrag am Umsetzungsperimeter und enthalten deshalb nebst dem Flachmoor auch die nötigen Nährstoffpuffer. Die Anzahl Objekte ist aufgrund neuer Bundeskriterien gestiegen. Das ANF macht Bewirtschaftungsverträge und will die Beratung verbessern. Wo Flächen ohne Bewirtschaftungsverträge sind, werden diese abgeschlossen.


Trockenwiesen und –weiden, Trockenstandorte (Seite 47-48)
Die Kantone legen den genauen Grenzverlauf der Objekte fest. In den meisten Fällen ist kein Nährstoffpuffer nötig. Deshalb entsprechen die Perimeter der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung daher dem Stand der im Jahr 2017 revidierten TwwV (Verordnung Trockenwiesen- und weiden), die Perimeter der regional bedeutenden Objekte den Resultaten aus den Feldaufnahmen 2011 bis 2014.

Die ANF schliesst für bisher nicht abgedeckte Flächen Bewirtschaftungsverträge ab. Die Vertragsfläche kann situativ über den Objektperimeter hinaus erweitert werden: Einbezug einer ganzen Bewirtschaftungseinheit oder bei lokal potenzieller randlicher Beeinträchtigung (z.B. Nährstoffpuffer)


Auen und Gletschervorfelder (Seite 49-50)
Da diese Objekte sehr verschieden sind, gibt es objektspezifische Pflegepläne, Bewirtschaftungsverträge und Sanierungsprojekte.

Durch das ANF werden Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen. Für 6 Objekte werden Umsetzungsperimeter ausgeschieden, wo das Unterschutzstellungsverfahren oder die Revision noch ansteht.


Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung (Seite 52-53)
Es gibt zwei Arten, die „ortsfesten Objekte“ und „Wanderobjekte“. Der Perimeter bleibt unverändert, ortsfeste Objekte werden behördenverbindlich mit einem Perimeter festgelegt, Wanderobjekte mit einem Punkt. Ortsfeste Objekte und Zugstellen sollten nach Priorität saniert werden.


Wildwechselkorridore (Sachplan Biodiversität Seite 16; Massnahme B1 Seite 61-62; Plan auf dem Geoportal Kanton Bern: Sachplan Biodiversität)

 

Die Wildwechselkorridore sollen behördenverbindlich ausgeschieden werden. Bei Planung und Bauprojekten müssen sie mitberücksichtigt werden. Bauten und Anlagen in den Wildtierkorridoren müssen bezüglich ihrer potentiellen Auswirkung auf die Wildtierbewegungen beurteilt werden. In diesen Zonen darf die Passierbarkeit nicht eingeschränkt werden und es dürfen keine schutzzielwidrigen Nutzungszonen ausgeschieden werden.

 

Der Berner Bauern Verband macht zu diesem Sachplan eine Stellungnahme. Dabei ist es immer auch wichtig, dass Hinweise aus der Praxis miteinbezogen werden können. Deshalb sind Hinweise von Ihnen wichtig.
Ihre Ansprechpersonen
 
Zentrale Dienste
031 938 22 22