Umsetzung der Stellenmeldepflicht für die Arbeitskräfte in der Landwirtschaft
Umsetzung der Stellenmeldepflicht für die Arbeitskräfte in der Landwirtschaft

Am 9. Februar 2014 haben Volk und Stände der Initiative «Gegen Masseneinwanderung» zugestimmt. Drei Jahre lang wurde nun mit der EU zu verhandelt. Man sprach unter anderem über die Einführung von Kontingenten oder einer Schutzklausel, aber die EU blieb hart.

In Umsetzung von Artikel 121a BV hat das Parlament am 12. Dezember 2016 nun verschiedene Gesetzesänderungen beschlossen welche Folgen haben, auch für landwirtschaftliche Arbeitgeber.

  • Die neue Regelung tritt per 1. Juli 2018 in Kraft. 
  • In der Zeit vom 1.7.2018 bis zum 31.12.2019 unterliegen zu besetzende Stellen in Berufsarten, in denen die Arbeitslosenquote 8 oder mehr Prozent beträgt, der Stellenmeldepflicht. Die definitive Arbeitslosenquote pro Berufsart für das Jahr 2017 wird im April 2018 bekannt gegeben. 
  • Der Schwellenwert wird per 1. Januar 2020 auf eine Arbeitslosenquote von 5% gesenkt.


Der neue Prozess bei einer Stellenbesetzung:    

  • Kontrolle ob eine auszuschreibende Stelle meldepflichtig ist oder nicht 
  • Ausschreiben der offenen Stelle auf der Personaldienstleistungs-Plattform vom BEBV oder arbeit.swiss 
  • Bestätigung der Stellenmeldepflicht durch die öAV (RAV) 
  • Drei passende Bewerbungs-Dossiers pro Stelle (falls vorhanden), werden vom RAV innert 3 Arbeitstagen an den Arbeitgeber (Stelleninserenten) übermittelt 
  • Beurteilung der Bewerbungsunterlagen durch den Arbeitgeber, ob ein Bewerber für die ausgeschriebene Stelle geeignet ist 
  • Mitteilungspflicht: Rückmeldung der Entscheidung an RAV 
  • Während 5 Arbeitstagen darf die Stelle nicht anderweitig ausgeschrieben werden (z.B. Presse, Webseite).


Folglich: Auch Landwirtschaftsbetriebe müssen ihre Stellenrekrutierungsprozesse anpassen!

Ausnahmen von der Stellenmeldepflicht:

  • Stellen innerhalb eines Unternehmens, einer Unternehmensgruppe oder eines Konzernes, können besetzt werden mit Personen, die seit mindestens 6 Monaten anderweitig in der Firma angestellt sind; dies gilt auch für Lernende, die im Anschluss an die Lehre angestellt werden.
  • Wenn die Beschäftigungsdauer maximal 14 Tage dauert.
  • Wenn Personen angestellt werden, die mit Zeichnungsberechtigten durch Ehe oder eingetragene Partnerschaft verbunden, oder in gerader Linie oder bis zum ersten Grad in der Seitenlinie verwandt oder verschwägert sind; Stiefgeschwister sind den Geschwistern gleichgestellt.

 

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