Nachhaltige Milch - Profitiert der Landwirt?
Nachhaltige Milch - Profitiert der Landwirt?
Verschiedene Milchverarbeiter und Händler haben in der letzten Zeit Projekte im Kontext zur nachhaltigen Milchproduktion lanciert. Die Fachkommission Milch des Berner Bauern Verband hat sich in Gesprächen mit Verarbeitern und dem SMP einen Überblick zu den einzelnen Konzepten und Projekten verschafft.

Folgende Punkte erachtet die Fachkommission als zentral: 


Mehrwertstrategie Nachhaltigkeit hat Zukunft

Die Produktionsweise der Milch und die dahinter stehenden Werte sind für die künftige Argumentation im Verkauf der Produkte entscheidend. Ein grosser Teil der Konsumentinnen und Konsumenten ist auf diese Aspekte sensibilisiert und hat den Anspruch, dass die Schweizer Produktion höhere Standards erfüllt als das Ausland. Damit erhalten die Produkte eine höhere Wertigkeit. Die vorgestellten Modelle zur nachhaltigen Milchproduktion zeigen, dass diese Stossrichtung Zukunft hat. Die Fachkommission anerkennt, dass sowohl die Verarbeiter mit ihren Programmen wie auch die SMP mit dem «Grünen Teppich» hier eine wichtige Arbeit leisten.


Herausforderung Produzentenpreis

Klar ist, dass ein grosser Teil der sogenannten als Nachhaltigkeit ausgelobten und geforderten Leistungen durch den Landwirten erbracht werden. Die Frage nach der Auswirkung auf den Produzentenpreis, ist bei allen Akteuren schwierig zu beantworten. Es fehlen Erfahrungen, wie sich die Programme wirklich auf die Produzentenpreise auswirken werden. Die Verarbeiter haben bei den Produzentenpreisen unterschiedliche Absichten von der Erhaltung des bisherigen Niveaus, bis hin zu klar leistungsorientierten, höheren Zahlungen. Die Ökonomie ist ein wichtiger Bestandteil in der Nachhaltigkeit. Deshalb müssten in Programmen, welche die Milch als nachhaltig auszeichnen, Produzentenpreise ausbezahlt werden welche den Mehraufwand entschädigen und ein angemessenes Einkommen ermöglichen. Wird dieses Ziel nicht erreicht, ist zumindest zu diskutieren, wie nachhaltig diese Milch wirklich ist. Hier haben die Handels- und Branchenorganisationen die wichtige Aufgabe genau hinzuschauen und gegebenenfalls zu reagieren.


Kosten der Vielfalt

Die verschiedenen Programme zielen zwar auf einen Mehrpreis am Markt ab, verursachen aber auch Kosten. Um die verschiedenen Labels klar zu trennen entstehen bei Annahme, Transport und Verarbeitung der Milch zusätzliche Kosten. Es besteht die Gefahr, dass mögliche Mehrpreise durch diese Zusatzaufwände wieder „aufgefressen“ werden. Hier gilt es in der Branche gute Lösungen zu finden. 


Dialog und Zusammenarbeit ist wichtig

Mit dem Grünen Teppich hat die BOM eine gute Grundlage für die ganze Branche erarbeitet. Im Gespräch mit den Verarbeitern wurde auch klar, dass eine gute Zusammenarbeit und eine Abstimmung der Programme, insbesondere beim Fokus auf Exportprodukte zentral sein werden. Hier ortet die Fachkommission Milch grosses Potential. Die geführten Gespräche, die als sehr positiv von allen Beteiligten empfunden wurden, bestärken die Einschätzung, dass die Vielfalt der FK Milch Berner Bauern Verband hierzu eine gute Basis bietet.

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