AGRARPOLITIK: Was wir wirklich wollen
AGRARPOLITIK: Was wir wirklich wollen
Bericht in 10vor10
Der Bericht in 10vor10 von gestern hat die Haltungen und Positionen des Berner Bauern Verband unklar transportiert und zu einiger Verunsicherung geführt. Daher informieren wir Sie auf diesem Weg noch etwas ausführlicher über die Positionen und Themen der Sendung.

Der Aufhänger war eigentlich die im 2017 zwar höheren, aber im Schnitt weiterhin tiefen Einkommen der Bauern / Bäureinnen und wie dem Problem begegnet werden kann. Für den Berner Bauern Verband ist hierzu klar, dass dies über einen höheren Erlös am Produkt durch den Mehrwert passieren muss. Noch mehr Direktzahlungen sind keine Lösung und würden zudem politisch nicht goutiert. Wir sehen die Landwirtinnen und  Landwirte als Teil der Lösung für die Herausforderungen der Zukunft.
Unser Vorschlag - Agrarpolitik neu denken
Was gestern in 10vor10 Thema war, ist nicht neu. Dabei handelt es sich um das bereits an der Mitgliederversammlung 2017 präsentierte Konzept mit dem Charakter eines Diskussionspapiers und nicht eines fertig anzuwendenden Konzeptes. 

Hauptelemente darin sind:
  • Steigerung des landwirtschaftlichen Erlöses aus den Produkten
  • Standortgerechte Landwirtschaft
  • Fokussierung auf Wertschöpfung, anstatt Fläche oder SAK
  • Klarere und höhere Abgeltung allgemeingenützter Leistungen wie Offenhaltung, Biodiversität oder dezentrale Besiedelung
  • Reduktion der Systemkomplexität / administrative Vereinfachung
  • Bäuerin und Bauer als Spezialist, Betrieb im Zentrum, weniger Eingriffe durch Vorschriften
Weiterführende Informationen finden Sie hier

Dieses Konzept soll in erster Linie zur Diskussion anregen und ist mit einem weiten Zeithorizont zu verstehen. Es handelt sich dabei nicht um eine Idee für die AP 22+. Seit April 2017 haben wir diesen Vorschlag an vielen Versammlungen mit Euch diskutiert und weiterentwickelt. Wir verstehen es als unsere Aufgabe, aktiv Lösungen zu erarbeiten, um Perspektiven für die Berner Bauernfamilien zu schaffen.

Angemessener Grenzschutz und Direktzahlungen
Der Berner Bauern Verband ist gegen eine Senkung des Grenzschutzes und selbstverständlich auch gegen eine Reduktion der Direktzahlungen. Erst wenn es wirklich gelingt - und das ist ein langer Weg - die Wertschöpfung auf unseren Produkten zu steigern, dann kann über eine Reduktion der Direktzahlungen nachgedacht werden. Dies im Sinne einer reduzierten Abhängigkeit von unsicheren Bundesgeldern. 
Betreffend Grenzschutz gilt dieselbe Maxime. In beiden Bereichen braucht es aber grundsätzliche Systemanpassungen, bevor dies überhaupt Thema werden kann.

Partner der Landwirtschaft und andere
Eine unserer Aufgaben ist es, mit allen Akteuren, welche sich zum Thema Landwirtschaft äussern, in Kontakt zu stehen. Dialogverweigerung ist keine Option für den Berner Bauern Verband. Wir brauchen tragfähige Lösungen und Perspektiven für unsere Bauernfamilien. Dazu braucht es Gespräche, Dialog, Respekt und gegenseitiges Verständnis. Solche Partner haben wir in Politik, Verwaltung, Organisationen und in der ganzen Land- und Ernährungs-Wertschöpfungskette. Den publizierten Bericht von avenir suisse haben wir entschieden zurückgewiesen, er ist respektlos, einseitig und nur auf Schaden verursachen ausgerichtet, ohne konstruktiven Lösungsvorschlag für die Schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft. Der Direktor Peter Grünenfelder hatte einen Auftritt an unserem Podium der Berner Landwirtschaft im Januar 2018. Eine Zusammenarbeit unter Partnern stellen wir uns anders vor. 

Medienarbeit
Es ist unsere Aufgabe bei Medienanfragen Auskunft zugeben und die Sicht der Berner Landwirtschaft einzubringen. Der Auftritt von unserem Geschäftsführer Andreas Wyss in 10vor10 von gestern, muss rückwirkend als Fehler beurteilt werden. Der zuständige Journalist war nicht an einem objektiven Bericht zur Einkommenssituation der Bauern interessiert oder dem Mehrwert unserer Produkte, sondern an einer Sensationsgeschichte. Wir werden unsere Lehren und Konsequenzen daraus ziehen.

Wir hoffen Ihnen mit diesen Informationen etwas Klarheit geben zu können. Sie können sicher sein, dass wir alles geben, um die Interessen der Berner Bauern zu verteidigen. Bei Fragen steht Ihnen unser Präsident Hans Jörg Rüegsegger zur Verfügung. Rückmeldungen zum  Bericht direkt an Andreas Wyss.

Ihre Ansprechpersonen
 
Zentrale Dienste
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